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Anregungen zur österlichen Bußzeit 2021 angesichts der Corona-Pandemie

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn,

nun ist es schon das zweite Mal, dass wir in die österliche Bußzeit gehen,
beschwert durch den Lockdown zur Eindämmung der Corona Pandemie. In
vielfältiger Weise zwingt uns die Pandemie, unsere Lebensgewohnheiten
umzustellen. Das ist auf der einen Seite anstrengend und fordert uns sehr
heraus. Auf der anderen Seite haben uns die vergangenen Monate auch
gelehrt, neue Wege zu beschreiten, um kreativ mit den Einschränkungen
umzugehen.

In diesem Sinne möchte auch ich etwas Neues versuchen im Blick auf den
alljährlichen Fastenhirtenbrief. Da aus den bekannten Gründen weniger
Menschen an den öffentlichen Gottesdiensten teilnehmen können, habe ich
mir überlegt, Ihnen dieses Jahr keinen Brief im klassischen Sinn vorzulegen.
Vielmehr möchte ich Sie einladen, sich miteinander auszutauschen über die
drei Grundvollzüge, die Jesus uns in der Bergpredigt für die vierzigtägige
Fastenzeit ans Herz legt: Fasten, Beten, Almosen geben.
Ich selbst suche in den kommenden Wochen auf Ostern hin auch das direkte
Gespräch mit Menschen unseres Bistums. So können wir uns von unseren
Erfahrungen erzählen, voneinander lernen und miteinander das Leben teilen.

Die drei Empfehlungen Jesu aus dem Evangelium des Aschermittwochs werde
ich deshalb in einer kurzen Meditation erschließen. Dann formuliere ich einige
Fragen, die für Ihr oder besser für unser Gespräch hilfreich sein könnten.
Unnötig zu betonen, dass sich beides als Anregung versteht, die jeder und jede
auf seine oder ihre Weise ergänzen, verändern oder anpassen kann, je nach
dem, mit wem er oder sie sich austauschen möchte und welches Medium sich
für den Austausch empfiehlt.

FASTEN
Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler! Sie geben sich
ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten.
Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.
Du aber, wenn du fastest, salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, damit die
Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der im
Verborgenen ist; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir
vergelten. (Mt 6,16-18)

Meditation
Fasten hat in Corona-Zeiten unterschiedlichste Gesichter bekommen. Für viele
ist es zur existentiellen Fastenzeit des Lebens geworden. Nur einige Aspekte
seien hier beispielhaft benannt. Die Mehrfachbelastungen in den Familien
durch Homeoffice, Homeschooling und das enge Miteinander führen nicht
selten zu Spannungen und Erschöpfungszuständen. Die
Ausgangsbeschränkungen verursachen bei nicht wenigen depressive
Verstimmungen. Andere wiederum fürchten um ihren Arbeitsplatz und den
Fortbestand ihrer Existenzgrundlagen. Im Gesundheits- und Pflegebereich
arbeiten Menschen am Limit ihrer Leistungsfähigkeit.
In diesem Sinn braucht es keine weitere Beschwerung der Lebensführung durch
Fasten. Allerdings wäre die Empfehlung zu fasten auch missverstanden, wenn
man in ihr nur eine Last sehen würde. Das Gegenteil ist wahr. Fasten zielt ab
auf unsere Freiheit.
Wer fastet, unterbricht gezielt seinen Alltag, um sich von Gewohnheiten zu
lösen, die das Leben einengen. Fasten ist die Vorbedingung dafür, sein Leben
vor Gott neu zu ordnen.

Fragen
 Welche Corona-Einschränkungen haben mir am meisten zu schaffen
gemacht? Und warum?
 Was hat mich die Corona-Zeit über mich gelehrt? Und wovon müsste ich
Abstand nehmen, um gut mit mir selbst und den anderen umgehen zu
können?
 Nicht zuletzt: Durch den Bewegungsmangel klagen nicht wenige
Menschen über Gewichtszunahme. Wie könnte ich meine
Essgewohnheiten umstellen?

Wer fastet, soll sein Gesicht waschen und sein Haar salben, sagt Jesus. Er soll
sich schön machen für die Begegnung mit Gott, seinem Schöpfer und Herrn.
Insofern ist die Fastenzeit eine festliche Zeit. Gott sieht das verborgene Leben in
uns, das zum Vorschein kommen will. Er steht uns bei und wird uns in unserem
Bemühen zur geistlichen Erneuerung stärken, leiten und ermutigen.

BETEN
Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler! Sie stellen sich beim Gebet
gern in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten
gesehen werden.
Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.
Du aber, wenn du betest, geh in deine Kammer, schließ die Tür zu; dann bete zu
deinem Vater, der im Verborgenen ist! Dein Vater, der auch das Verborgene
sieht, wird es dir vergelten. (Mt 6,5-6)

Meditation
Auch unser Beten hat sich durch Corona verändert. Die einschneidendste
Veränderung war sicher das Aussetzen öffentlicher Gottesdienste an Ostern
2020 und damit das gemeinsame Beten in der Gemeinde. Viele Gläubige
standen und stehen vor der Herausforderung, ihr Gebetsleben zu überdenken
und zu fragen, wie Beten geht und was das Gebet ihnen bedeutet. Dem Rat
Jesu, in der eigenen Kammer zu beten, wurde so durch die Corona-Auflagen
unerwartet Nachdruck verliehen.

Fragen
 Was hat mir während der Corona-Zeit geholfen, mein Gebetsleben
aufrecht zu erhalten? Gebetbücher? Das kirchliche Tagzeitengebet?
Fernsehgottesdienste? Meditationsclips? Gebetsgemeinschaft mit
Anderen? Besuche von Gottesdiensten in der Kirche?
 Konnte ich noch beten, oder war ich zu müde, zu freudlos, zu
abgeschlagen?
 Beten wir zuhause gemeinsam?
 Hat sich mein Beten verändert?
 Was hat mir Kraft gegeben für meinen Alltag?

Gottes Geist trägt unser Beten, auch wenn wir nicht wissen, worum wir in
rechter Weise beten sollen. Denn in Christus findet unser Gebet zu unserem
himmlischen Vater. Er sieht das verborgene Wirken des Geistes in uns und hilft
uns, unser Herz ihm immer weiter zu öffnen.

ALMOSEN GEBEN
Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zu tun, um von ihnen gesehen
zu werden; sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten.
Wenn du Almosen gibst, posaune es nicht vor dir her, wie es die Heuchler in den
Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gelobt zu werden!
Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.
Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte
tut, damit dein Almosen im Verborgenen bleibt; und dein Vater, der auch das
Verborgene sieht, wird es dir vergelten. (Mt 6,1-4)

Meditation
Eines der besten Gegenmittel gegen die Corona-Depression ist die Sorge um
andere Menschen. Denn sie befreit uns von dem Kreisen um uns selbst und
unsere Nöte. Sich um andere sorgen, gibt unserem Leben Sinn und Freude. Es
fördert unsere Kreativität, denn wahre Liebe ist erfinderisch. Insofern erweist
sich die Sorge um andere als echte Selbstsorge.

Fragen
 Um wen habe ich mir in den vergangenen Monaten am meisten Sorgen
gemacht?
 Wie konnte ich helfen? Wo konnte ich nicht helfen?
 Welche „Almosen“ durfte ich empfangen in diesen Tagen an Zuspruch,
Zeit, Zuwendung?
 Welches Fastenopfer möchte ich dieses Jahr bringen als Zeichen meiner
Umkehr?

Gott schaut nicht auf die Größe der Gabe. Wie das Scherflein der armen Witwe
sieht er in Christus auch unsere verborgenen, kleinen Gaben. Wichtig ist ihm,
dass sie aus einem großzügigen und liebevollen Herzen kommen.

Falls diese drei Anregungen Ihnen helfen könnten, über den Sinn der
österlichen Bußzeit miteinander ins Gespräch zu kommen, würde ich mich
freuen. Mögen die kommenden vierzig Tage dazu dienen, unser Leben mit
Christus zu erneuern, damit wir an Ostern mit ihm auferstehen. So beten wir:

Gott, hilf uns, die vierzig Tage der Buße in rechter Gesinnung zu begehen.
Verzeih uns unsere Sünden, erneuere uns nach dem Bild deines Sohnes und
schenke uns durch seine Auferstehung das unvergängliche Leben. Darum bitten
wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.

Von Herzen wünsche ich Ihnen gesegnete und frohe Tage der österlichen
Bußzeit in der Gewissheit des Sieges des Lebens über den Tod! Seien Sie alle
behütet!
Ihr
Dr. Franz Jung
Bischof von Würzburg

 

FASTENZEIT IN DER PFARREI ELTMANN

In der Stadtpfarrkirche St. Michael und St. Johannes d. Täufer steht ab dem
1. Fastensonntag eine Klagemauer.

Hier kann jeder und jede während der Fastenzeit seine Sorgen vor Gott tragen.
Er oder sie notiert zuhause seine persönliche Not auf
einem Zettel und steckt ihn - wie beim Vorbild in Jerusalem -
in der Kirche in die Ritzen und Öffnungen der Steine.
Mit einem Gebet geben die Menschen ihr Anliegen an Gott weiter.
Sie wissen, dass er sie hört. Gott verliert sie nicht aus dem Blick.
Er geht mit ihnen auf ihrem Weg.

An vier Fastensonntagen wird der Gottesdienst von verschiedenen Musikern
und durch eine Schola mit gestaltet.

1. Fastensonntag, 10.30 Uhr: 
Geige und Klavier (Mara und Gisela Leitner)
2. Fastensonntag: 10.30 Uhr   
Gitarre, Klavier, Gesang (Ruth Hümmer-Hutzel und Ralf Aumüller)
4. Fastensonntag: Vorabendmesse 18.30 Uhr 
Orgel und Frauenschola 
5. Fastensonntag: 10.30 Uhr 
Orgel, Querflöte (Julia Wagenhäuser und Lorenz Eirich

Hier sind die aktuellen Datenschutz Richtlinien zum downloaden.

Datenschutz-20180620_formblatt_zustimmung_personen.pdf
datenschutz-fotos-pg-ci.pdf

Beichtgelegenheit vor Ostern:
Sie ist im Moment nur in der Form eines Beichtgespräches im Gesprächsraum
des Pfarrhauses in Eltmann möglich. Hier ist der nötige Sicherheitsabstand
voneinander gewährleistet.
Melden Sie sich bitte bei Pfarrer Öchsner (Tel. 09522-708941) und machen
einen Termin mit ihm aus.

Weltgebetstag 2021

Felsenfester Grund für alles Handeln sollten
Jesu Worte sein. Dazu wollen die Frauen
aus Vanuatu in ihrem Gottesdienst zum
Weltgebetstag 2021 ermutigen. „Worauf
bauen wir?“, ist das Motto des Weltgebetstags,
in dessen Mittelpunkt der Bibeltext
aus Matthäus 7,24-27 stehen wird. Denn nur
das Haus, das auf festem Grund stehe, würden
Stürme nicht einreißen, heißt es in der
Bibelstelle bei Matthäus. Dabei gilt es Hören
und Handeln in Einklang zu bringen: „Wo wir Gottes Wort hören und danach handeln,
wird das Reich Gottes Wirklichkeit. Wo wir uns daran orientieren, haben wir ein
festes Fundament - wie der kluge Mensch im biblischen Text. Unser Handeln ist entscheidend“,
sagen die Frauen in ihrem Gottesdienst.

Ein Ansatz, der in Vanuatu in Bezug auf den Klimawandel bereits verfolgt wird. Denn die
83 Inseln im pazifischen Ozean sind vom Klimawandel betroffen, wie kein anderes Land,
und das, obwohl es keine Industrienation ist und auch sonst kaum CO² ausstößt. Die steigenden
Wassertemperaturen gefährden Fische und Korallen. Durch deren Absterben treffen
die Wellen mit voller Wucht auf die Inseln und tragen sie Stück für Stück ab. Steigende
Temperaturen und veränderte Regenmuster lassen Früchte nicht mehr so wachsen wie
früher. Zudem steigt nicht nur der Meeresspiegel, sondern auch die tropischen Wirbelstürme
werden stärker.

Mit seiner Projektarbeit unterstützt der Weltgebetstag Frauen und Mädchen weltweit:
Zum Beispiel im pazifischen Raum, auch Vanuatu. Dort lernen Frauen sich über Medien
eine Stimme zu verschaffen, damit ihre Sichtweisen und Probleme wahrgenommen werden.
Oder in Indonesien, wo Frauen neben ökologischem Landbau lernen, welche Rechte
sie haben und wie sie um deren Einhaltung kämpfen.

 Freitag, 26.März Eltmann um 17:00 Wortgottesdienst

 

 

 

 

 

 

 

 

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